Zucht - Königspython




Anleitung zur Nachzucht von Python Regius:

 

 

Ab einem Zuchtgewicht von 1500g bei Weibchen und 700g bei Männchen steht einer erfolgreichen Nachzucht von Python regius nichts mehr im Wege.
Nach neuesten Erkenntnissen dürfte die Jahreszeit dabei eine sehr geringe Rolle spielen, allerdings gibt es doch ein paar Gründe die für eine Verpaarung ab Herbst sprechen.
Theoretisch kann man die Tiere einfach zusammensetzen und hoffen, dass es zu einer erfolgreichen Paarung kommt. Vielversprechender aber ist, die Tiere durch „Kühlung“ in Paarungsstimmung zu versetzen.

 

Hier ein kurzer Jahresüberblick mit allen wesentlichen Fakten zur Königspythonzucht:

 

1. Im Oktober werden die nächtlichen Temperaturen abgesenkt. Die Temperatur am Hotspot beträgt nun 28 Grad … die Minimaltemperatur im Terrarium beträgt nur noch 22-23 Grad.


2. Wir beginnen, den Lichtzyklus zu verändern: 14 Stunden Dunkelheit und 10 Stunden Licht. Dieser Punkt ist (mit guten Argumenten sehr umstritten. Allerdings spricht für uns auch nichts dagegen den Lichtzyklus zu manipulieren). Python regius wirkt bei Dunkelheit wesentlich entspannter und aktiver … dies ist wohl der Hauptgrund für die kürzere Tageslänge. Unserer Meinung nach erhöht sich so die Chance auf erfolgreiche Verpaarungen.


3. Mit Anfang November setzen wir dann die Männchen (sofern vital und ohne Anzeichen jeglicher Erkrankungen!) zu den Weibchen. Typischerweise bleiben die Männchen dann 2-3 Tage beim Weibchen. Darauf folgen dann 2-3 Tage Pause (und diese ist SEHR wichtig … Männchen können sich derart verausgaben, dass sie sterben!!!)


4. Wir wiederholen diesen Zyklus solange, bis wir zumindest 4 eindeutige Kopulationen beobachten konnten. Manchmal stimmt die Chemie zwischen einem Paar einfach nicht. Dann kann es helfen ein zweites Männchen hinzuzusetzen. Generell bepaaren wir Python regius Weibchen gerne mit zwei verschiedenen Männchen … wer dann Vater wird ist dann nicht ganz sicher, allerdings erhöht diese Technik die Chance auf befruchtete Eier.


5. Grob gesagt kommt ein Männchen auf fünf Weibchen … junge und unerfahrene Tiere oft auch nur auf zwei … ein alter und schwerer Zuchtbock in seinen besten Jahren kann auch 8 oder mehr Weibchen bepaaren (dies ist allerdings mit äußerster Vorsicht zu genießen … auf jeden Fall dürfen wir die Tiere keiner zu großen Belastung aussetzen!


6. Wir füttern während der Zuchtsaison nur noch alle zwei Wochen … gleichzeitig reichen wir eher kleinere Futtertiere. Unsere Männchen stellen die Futteraufnahme zu dieser Zeit meist völlig ein!


7. Alle Häutungen, Fütterungen, Kopulationen und sonstige Ereignisse werden genauestens protokolliert.


8. Wir halten den oben beschriebenen Rhythmus bis etwa Anfang/Mitte Februar bei … dann setzen wir die Temperatur schrittweise wieder zurück auf “Normalniveau”.


9. Die Paarungen werden fortgesetzt … bis die Weibchen eindeutige Zeichen für die beginnende Trächtigkeit erkennen lassen.


Oktober: Kühlung
November: Zusammensetzen mit ein Männchen , ein erfolgreicher Lock Mitte November.
Dezember: 3 weitere erfolgreiche Verpaarungen mit dem Männchen.
Der Mann verweigerte ab dem ersten Zusammensetzen mit dem Weib jegliche Futteraufnahme.
Das Weibchen hingegen nimmt mittlere Ratten alle zwei Wochen.
Anfang Februar die Ovulation … 25 Tage später beginnt das Weibchen mit einer Häutung (der sog. Post Ovulation Shed = POS).
Ab der Ovulation verweigert das Weibchen jegliche Nahrung.
Anfang März (etwa 30 Tage nach der POS) legt das Weibchen dann Eier in eine zuvor mit Moos ausgepolstertes Plastikwanne …
Der Bock beginnt etwa Ende März wieder mit der Nahrungsaufnahme.
58 Tage nach der Eiablage und einer Inkubation bei 31 Grad und 96% Luftfeuchtigkeit schlüpfen perfekte Babies ;)